Canasta Geschichte

Wie Canasta erfunden wurde

Die Geschichte des Kartenspiels Canasta ist im Gegensatz zu anderen Kartenspielen noch sehr kurz und gut belegt. Viele Kartenspiele sind Jahrhunderte alt und wurden in der langen Zeit vielfach geändert oder in verschiedene Spielvariationen aufgespalten. Über den oder die ursprünglichen Erfinder ist meist nichts bekannt.

Canasta wurde erst 1939 in Montevideo in Uruguay entwickelt. Der Rechtsanwalt Segundo Santos und der Architekt Alberto Serrato waren damals Bridge-Partner und wollten ein Kartenspiel entwickeln, das nicht so zeitintensiv war, wie das zu der Zeit beliebte Bridge und gleichzeitig weniger vom Zufall abhängig als Rommé. Sie begannen sich zu überlegen, wie sie die interessanten Elemente der Spiele Bridge, Rommé und Conquan (oder Coon Can) in einem neuen Spiel vereinen könnten.

Die Spielelemente Teamplay, die Meldungen, das Anlegen an Meldungen sowie die Möglichkeit, den ganzen Ablegestapel zu kaufen, erschienen ihnen am interessantesten. So probierten sie über Wochen verschiedene Variationen dieser Spielelemente durch. Entstanden ist Canasta, eine Abart des Rommés, das durch das Zusammenspiel zweier Spielpartner wesentlich strategischer und damit auch interessanter ist.

Nach den eigenen Tests stellten sie das Spiel Freunden vor, die sofort begeistert waren und wissen wollten, wie dieses neue Spiel denn genannt wird. So weit waren die beiden Erfinder aber noch gar nicht. Da sie öfter in einem Restaurant waren, um ihre Probespiele durchzuführen, hatten sie sich vom Kellner einen Korb für ihre Spielkarten geborgt. Dieser wird im spanischen Canastillo genannt. Das Wort war noch etwas lang und sperrig und nach einigen Wortspielen landete man letztendlich bei dem Wort Canasta, welches wesentlich einfacher zu merken war und einen angenehmen Klang hatte.

Die rasante Verbreitung über die ganze Welt

Canasta begeisterte zuerst Uruguay, dann Argentinien, Chile, Peru, und bald ganz Südamerika. Erstaunlicherweise gelang der Sprung in die USA nicht sofort. Die Ursache war vermutlich der 2. Weltkrieg, in dessen Folge der Flugverkehr zwischen Süd- und Nordamerika stark eingeschränkt wurde. Josephine Artayeta de Viel brachte das Kartenspiel schließlich mit etwas Verzögerung von Südamerika nach New York, in die USA. Auch hier setzte sich der Siegeszug fort und schon bald wurde in ganz Amerika Canasta gespielt.

Kurz darauf gelang der Sprung über Großbritannien nach ganz Europa. Mitte der 50er Jahre zählte Canasta zu den bekanntesten Kartenspielen der Welt. Es blieb nicht aus, dass durch die Verbreitung verschiedene Varianten von Canasta entstanden sind. Die bekannteste Variante ist als Samba-Canasta bekannt.

Die Standardisierung der Regeln

Mittlerweile gab so viele verschiedene Regelvarianten, dass Spielanfänger sich nie sicher sein konnten, welche die allgemein bevorzugte war. Deshalb wurden in den Jahren 1949-51 vom New Yorker Regency Club die offiziellen Canasta-Regeln festgelegt und veröffentlicht. Dieses Regelwerk wurde in Zusammenarbeit von Spielexperten aus den USA und Argentinien erstellt.

Nach der Standardisierung der Regeln verbesserte sich die Situation deutlich und heute wird überwiegend nach diesen Regeln gespielt. Daneben haben sich die größten Strömungen wie Samba Canasta und Bolivia Canasta etabliert und sind bis heute erhalten.
Im Canasta Palast basieren die Regeln genau auf denen des offiziellen Regency Whist Club von New York.

Erfindung ohne kommerziellen Erfolg

Rechtsanwalt Segundo Santos hat Canasta nur erfunden, um eine Alternative zum zeitraubenden Bridge zu haben. Er hatte nicht die Idee, daraus ein kommerzielles Produkt zu machen oder gar damit gerechnet, dass es so ein globaler Erfolg werden könnte. Er wusste auch, dass es sinnlos wäre, ein Regelwerk wie das von Canasta urheberrechtlich schützen zu lassen. Letztendlich hätte dies wahrscheinlich auch den globalen Siegeszug verhindert. Firmen hätten eigene Canasta-Regelvarianten mit leichten Änderungen auf den Markt gebracht, um das Urheberrecht zu umgehen. Dies wäre gerade am Anfang der Entwicklung sehr schädlich gewesen. So ergab es sich, dass die beiden Erfinder nie großes Kapital aus ihrer Erfindung schlagen konnten. Dennoch haben einige Firmen Geld durch den Canasta-Hype machen können. Es wurden Kartendecks, Bücher, Kaffeetassen, Aschenbecher und vieles mehr verkauft.